Welpe_Topf

Seien wir ehrlich. Wäre es nicht schön, wenn unser Kleiner nach kurzer Zeit aufs Töpfchen ginge.

Leider ist es oft nicht so einfach. Mancher Welpe lernt es schneller, der andere braucht etwas länger. Diese Phase, auch Stubenreinheit genannt, ist nicht angeboren. Das neue „Baby“ ist noch nicht trocken.

Nach dem Schlafen, Fressen, Spielen oder auch längeren Autofahrten sollten sie den Welpen nach draußen bringen. Möglichst an einen ruhigen, ablenkungsfreien Ort, idealerweise eine Wiese, da hier der Untergrund weich und angenehm ist. Warten sie bei ihm, bis er sein Geschäft erledigt hat und loben ihn dann kräftig. Loben sie ihn nicht währenddessen, da er durch diese Ablenkung sein Geschäft unterbrechen könnte.

Vergessen sie alles, was sie diesbezüglich über Strafen gehört haben. Nackenschütteln, die Nase in Kot oder Urin halten gehören zum unsinnigsten was hierzu erzählt wird. Diese grundfalschen Sanktionen werden vom Welpen nicht verstanden. Er lernt dadurch nicht stubenrein zu werden, sondern Angst vor ihnen zu haben. Außerdem kann der Geruchssinn bei der Kot/Urin-Variante Schaden nehmen.

Beobachten sie ihren Hund. Wird er unruhig oder dreht er sich im Kreis, dann bringen sie ihn raus. Anfangs muss er auch nachts mal raus. Stellen sie Körbchen oder Bettchen neben ihr Bett, damit sie schnell seine mögliche Unruhe bemerken.

In der Nacht oder in ihrer Abwesenheit sollten sie ihn auf gar keinen Fall in eine Box sperren. Er würde in großen Stress geraten, da er sein „Nest“ nicht beschmutzen möchte.

Bestrafen sie den Welpen auch nicht, wenn sie ihn „auf frischer Tat“ ertappen. Da Hunde durch Verknüpfen lernen, könnte er diese Bestrafung mit ihnen, statt mit dem Ereignis verknüpfen. Dies hätte zur Folge, dass er sich heimlich ohne ihre Anwesenheit löst. Bleiben sie ruhig, bringen sie ihn raus und er lernt, wo „das Geschäftliche“ für ihn erlaubt ist.

Erwischen sie ihn just in dem Moment, in dem er sich lösen will, sagen sie ruhig nein, um sein unerwünschtes Vorhaben zu unterbrechen. Bringen sie ihn auch hier wieder raus, damit er sich in Ruhe lösen kann. Achten sie genau auf Anzeichen ob er raus möchte. Steht er vor der Tür, ist er unruhig, schaut er ständig zur Tür oder fiepst er. All diese Reaktionen können darauf hindeuten, dass er „mal muss“.

Auch wenn es schwer fällt, ignorieren sie seine Mißgeschicke die passiert sind. Beseitigen sie sie kommentarlos, ohne sich zu ärgern, ohne Strafe oder ein langes Gesicht. Benutzen Sie keine Essigreiniger, die enthalten Stoffe die den Hund zum urinieren anregen.

Auch die in manchen Hundebüchern gepriesene Zeitungspapiermethode, als den Ort zu wählen, auf dem er sich lösen soll, ist zu umständlich. Es könnte hierbei auch wieder zu einer Fehlverknüpfung kommen, da er lernt, sich im Wohnungsberich zu lösen, anstatt draußen auf einer Wiese z.B.

Der Hund muss verstehen, was von ihm verlangt wird, und das dauert von Hund zu Hund Tage bis Wochen. Der Schliesmuskel muss auch trainiert werden.

Lässt der Welpe sich ablenken und löst sich nicht. nehmen sie in an die Leine, gehen auf und ab und loben sie ihn kräftig wenn er sein Geschäft verrichtet hat.

Die in mancher Hundelitaratur empfohlenen Kommandos zum Urinieren oder Koten sollten sie ganz schnell vergessen. Sie sind gefährlich und sehr fragwürdig. Funktioniert die Methode bei einem gehorsamen Hund, hält er solange ein, bis sie das erlösende Kommando geben. Das ist in jedem Fall abzulehnen, da es zu enormem Stress beim Hund führt und zudem gesundheitsgefährdend werden kann. Der Hund soll sich lösen, wenn er das Bedürfnis dazu hat.

Fazit: Auf dem Weg zur Stubenreinheit zahlen sich Geduld und Ruhe aus. Loben sie ihren Hund ausgiebig, nachdem er sein „Geschäft“ erledigt hat. Und Verhaltensweisen werden durch Belohnung bzw. Lob verstärkt. Sollte trotz allen Bemühungen der Erfolg ausbleiben, können auch andere Faktoren eine Rolle spielen, wie z.B. eine Erkrankung. Klären sie das vorsichtshalber mit ihrem Tierarzt ab.

Viel Erfolg!

Hund_uriniert