Anästhesie

Der Erfolg jedes operativen Eingriffs ist zu einem nicht unerheblichen Teil von der richtigen Anästhesie abhängig (Anästhesie = Empfindungslosigkeit).

Schmerzfreiheit, Bewusstlosigkeit, Muskelentspannung und eine Erinnerungslücke an den eigentlichen Eingriff sind die Anforderungen, die an Operationen des Menschen gestellt werden.

Um diesen Humanstandard auch bei Ihrem Tier anwenden zu können, verfügen wir über ein überwachtes Narkosemanagement, das an jedes Tier angepasst wird.

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Selbstverständlich sollte man das bei jeder Anästhesie bestehende Narkoserisiko nicht verharmlosen. Doch mit dem entsprechenden Narkosemanagement kann man es so gering wie möglich halten. 

Dieses beinhaltet in unserer Praxis:

  • eine gründliche Voruntersuchung zur Operationsfähigkeit mit Überprüfung auf spezielle Risiken
  • die individuelle Auswahl der Anästhesietechniken und –mittel, angepasst an den Zustand des Tieres und den geplanten Eingriff 
  • den Einsatz moderner Narkoseapparate mit Beatmungseinheit 
  • ein umfangreiches Monitoring zur Überwachung des Patienten (Elektrokardiographie, Pulsoxymetrie, Kapnographie etc.) 
  • eine sorgfältige Überwachung während der Aufwachphase
  • Weitergehende Informationen zu den einzelnen Bereichen finden Sie verlinkt unter den folgenden Begriffen:

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Weitergehende Informationen zu den einzelnen Bereichen finden Sie verlinkt unter den folgenden Begriffen

Voruntersuchung

Inhalationsnarkose

Kurznarkose – Lokalanästhesie

Monitoring – apparative Narkoseüberwachung 

VORUNTERSUCHUNG

Zu jeder Operation gehört eine gründliche Voruntersuchung. Sehr junge Tiere (erste Lebenswochen), bestimmte Rassen (z.B. Windhunderassen) sowie die älteren (> 6-8 Jahre, je nach Rasse) stellen besondere Anforderungen an die Anästhesie. Ebenso gehören Tiere mit Vorerkrankungen zu den sogenannten Risikopatienten.

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Mit der Voruntersuchung lassen sich derartige Risiken erkennen und in die Planung der Narkose einbeziehen. Bei den Risikopatienten werden die Voruntersuchungen natürlich etwas umfangreicher ausfallen. Blutuntersuchungen hinsichtlich der Organfunktionen von Leber und Niere (Abbau der Narkotika) sowie eine Überprüfung des Herzkreislaufs und der Atmung bilden die Grundlage solcher erweiterter Voruntersuchungen.

Bitte achten aber auch Sie auf gesundheitliche Veränderungen in den Tagen vor der Operation. Appetitlosigkeit, vermehrter Durst, Antriebslosigkeit oder vielleicht sogar erhöhte Körpertemperatur geben Anlass, eine Operation evtl. zu verschieben.

Die Einstufung als Risikopatient soll Sie nicht unnötig beunruhigen. Es bedeutet nicht automatisch das Aus für eine Operation. In den meisten Fällen lässt sich die Anästhesie durch Wahl der richtigen Technik und Anästhetika auf die spezifischen Bedürfnisse des Tieres anpassen.

Solche individuellen Anpassungen an das Tier und den geplanten Eingriff bleiben selbstverständlich nicht den Risikopatienten vorbehalten.

Bei jeder Anästhesie verfährt man nach dem Grundsatz „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“. Dabei nutzt man die Kombination verschiedener Mittel, um das Tier zu beruhigen, in Tiefschlaf zu versetzen, Schmerzen zu verhindern und die Muskulatur zu entspannen. Die Kombination erfordert durch Synergieeffekte geringere Dosen der Einzelsubstanzen und verringert so auch deren Nebenwirkungsgefahr. Man spricht hierbei von einer balancierten Anästhesie.

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INHALATIONSNARKOSE

Als besonders schonendes Verfahren setzen wir bei allen größeren Operationen die Inhalationsnarkose ein, wie sie auch in der Humanmedizin üblich ist.

Zuerst verabreichen wir Ihrem Tier ein Beruhigungsmittel. Darauf folgt die weitere OP-Vorbereitung und nochmalige kurze, klinische Untersuchung. Über einen Venenverweilkatheter, der auch intra operationem jederzeit eine schnelle Medikamentenverabreichung garantiert, wird dann die Narkose eingeleitet. Ein Schlauch (Tubus) wird vorsichtig in die Luftröhre geschoben, über den das Tier während der Operation ein Sauerstoff-Narkosegas-Gemisch zugeführt bekommt.

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Der Vorteil hierbei ist, dass dieses Narkosegasgemisch sehr schnell über die Lunge in den Blutkreislauf gelangt, aber bei Drosselung auch rasch wieder „abflutet“. So lässt sich die Anästhesietiefe sehr genau steuern und an die jeweilige Situation anpassen.

Ein weiterer unschätzbarer Vorteil liegt bei dieser Technik darin, dass der Patient über die Beatmungseinheit aktiv beatmet wird und man so die gefürchteten Zwischenfälle durch Atemstillstand umgeht.

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KURZNARKOSE – LOKALANÄSTHESIE

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In der tierärztlichen Praxis beschränkt sich die Narkose jedoch nicht nur auf die Allgemeinanästhesie bei größeren Operationen.

Zur Beruhigung sowie zum Schutz von Mensch und Tier werden Präparate eingesetzt, um kleinere, dem Tier aber unangenehme oder schmerzhafte Behandlungen durchzuführen.

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Solche Kurznarkosen belasten das Tier kaum. Wie im Falle des aus der Humanmedizin bekannten Propofols sind die Mittel an sich schon nur kurze Zeit wirksam. Bei anderen lässt sich deren Wirkung durch die Injektion spezieller Mittel rasch wieder aufheben (antagonisieren).

Ein Beispiel ist die Zahnsteinentfernung, die wegen der fürs Tier unangenehmeren Ultraschallfrequenzen unter Narkose vorgenommen werden sollte. Hier reicht ein sogenanntes Hypnotikum („Schlafmittel“), das keine Schmerzhemmung bewirken muss. 

Bei schmerzhaften Eingriffen bedient man sich eher Präparaten, die zur Bewusstlosigkeit auch noch eine Schmerzblockade bewirken (z. B. Ohrenbehandlung bei schmerzhaften Ohrenentzündungen).

Ganz ohne zentrale Beeinflussung von Bewusstsein und Schmerzempfindung kommen schließlich Lokalanästhesien aus. Sie lassen sich aber nur bei „kooperativen“ Patienten einsetzen. Dabei werden die Empfindungen, wie z.B. der Schmerz, in kleineren Hautbereichen oder auch in größeren Körperregionen (Leitungsanästhesie, Epiduralanästhesie) blockiert.

Die Belastung für den Gesamtorganismus ist hierbei minimal.

Deshalb bieten sie bei Risikopatienten auch eine Möglichkeit, eine wenig belastende Schmerzblockade innerhalb einer balancierten Allgemeinanästhesie zu erreichen.

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MONITORING – apparative Narkoseüberwachung

Zur Sicherheit unserer Patienten setzen wir eine umfangreiche apparative Überwachung (Monitoring) ein, ganz ähnlich den in der Humanmedizin gebräuchlichen Methoden.

Um dies gewährleisten zu können, stehen uns neben vier modernen Narkosegeräten mit Beatmungseinheiten zahlreiche Überwachungsapparate zur Verfügung.

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Die Überwachung der Patienten mittels

  • Kapnographie (Kontrolle des CO2-Gehaltes der Ausatemluft)
  • EKG (Elektrokardiographie, Messung des Herzrhythmus)
  • Pulsoxymetrie (Sauerstoffsättigung des Blutes)
  • Und Körpertemperaturmessung 

erfolgen bei jeder Anästhesie und werden protokolliert.

Mithilfe dieser Technik können wir auch schwierige, längere und technisch aufwendigere Anästhesien sicher steuern und Ihrem Tier eine schonende, schmerzfreie Operation ermöglichen.

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