Diagnostik

Viele Erkrankungen weisen unspezifische Symptome auf, die sich oftmals auch noch sehr ähnlich sind. Durch die Kombination von Anamnese (Vorbericht seitens des Tierbesitzers), erhobenen Befunden, Laborergebnissen und Bildgebungsverfahren gelingt es in den meisten Fällen eine eindeutige Diagnose zu stellen. Durch die uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten seitens apparativer Ausstattung wie digitales Röntgen, Ultraschall, Endoskopie und Labor haben wir die Möglichkeit, schnell und sicher einen Therapievorschlag für Ihr Tier zu machen. Die unterschiedlichen Verfahren werden anhand der Liste vorgestellt. 

 

EKG (Elektrokardiographie)

Die Elektrokardiographie ist ein wichtiger Bestandteil jeder Herzuntersuchung.

Für eine optimale Herztätigkeit ist ein fein aufeinander abgestimmtes Ansprechen der Vorhof- und Kammermuskulatur notwendig. Das Herz besitzt hierfür einen eigenen Schrittmacher, den Sinusknoten im rechten Vorhof. Die von ihm initiierten Erregungswellen breiten sich über spezielle Leitungsbahnen über das gesamte Herz aus.

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Die hierbei entstehenden elektrischen Ströme lassen sich an der Körperoberfläche ableiten und aufzeichnen. Anhand der spezifischen Muster kann man nicht nur Rhythmusstörungen, sondern auch anderen Veränderungen wie z.B. bestimmten Herzmuskelschäden auf die Spur kommen. Mit der Elektrokardiographie steht ein nichtinvasives (nicht in den Körper eindringendes) und damit wenig belastendes Untersuchungsverfahren zur Hand, dass bei keiner Herzuntersuchung fehlen sollte.

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DIGITALES RÖNTGEN

Eine Röntgenuntersuchung liefert Befunde aus dem Körperinneren besonders gut, schnell und für den Patienten weitgehend stressfrei.

Wir arbeiten in unserer Praxis mit einer neuen digitalen Röngtenanlage (Direktsystem).

Das digitale Röntgen bietet gleich mehrere Vorteile. Diese hochauflösende Technik reduziert nicht nur die einzusetzende Strahlenmenge, sondern bietet auch die Möglichkeit, die Aufnahmen am Bildschirm nachzubearbeiten und Details nach Belieben zu vergrößern. Es vereinfacht die OP-Planung und erspart so manche zusätzliche Aufnahme. Der Vorteil eines Direktsystems ist, dass die Visualisierung des Bildes innerhalb weniger Sekunden erfolgt. Dadurch wird der Aufenthalt des Patienten auf dem Röntgentisch deutlich verkürzt.

ULTRASCHALL/SONOGRAPHIE

Die Sonographie dient der Messung von Dichte, Dicke, Lage und der Größe von inneren Organen. Das Verfahren arbeitet mit Schallwellen und somit ohne eine Strahlenbelastung für Mensch und Tier. Ein Nachteil ist jedoch, dass je nach Haarkleid bestimmte Areale rasiert werden müssen und eine Untersuchung des Brustkorbs wegen der darin befindlichen luftgefüllten Lunge nur begrenzt möglich ist. 

Mithilfe des Echtzeitverfahrens lassen sich sogar Bewegungen, also auch Organfunktionen darstellen (z.B. Herzuntersuchung, Darmbewegung, Muskel- und Sehnenstrukturen). 

Die Sonographie ist zu einem Standardverfahren zur Diagnostik und Verlaufskontrolle von Erkrankungen geworden.

 

LABORUNTERSUCHUNGEN VON KÖRPERFLÜSSIGKEITEN UND GEWEBEN

Die Analyse von Körperflüssigkeiten (Blut, „Gehirn- und Rückenmarkswasser“, Bauch- oder Brusthöhlenflüssigkeiten), Ausscheidungen (Urin und Kot), Gewebeproben und Abstrichen/Abklatschproben von Haut und Schleimhäuten gehören zu den Routinediagnostika in der Tiermedizin.

Diese Untersuchungen führen wir zum Teil mittels Schnelltestverfahren in unserer Praxis aus. Daneben stehen uns verschiedene Partnerlabors zur Seite, in denen wir spezielle, weiterführende Untersuchungen vornehmen lassen.

Diese enge Zusammenarbeit bietet uns die Möglichkeit, dass die Ergebnisse zum überwiegenden Teil bereits nach einigen Stunden vorliegen.

 

ENDOSKOPIE DER ATEMWEGE (Rhinoskopie, Bronchoskopie)

Die Endoskopie hat die Möglichkeit eröffnet, direkt in die Atemwege von der Nase über den Kehlkopf und die Luftröhre (Trachea) bis in die Bronchien hinein zu schauen. Die unmittelbare Beurteilung der Schleimhäute ist ein großer Vorteil gegenüber anderen bildgebenden Verfahren.

Unsere flexiblen Glasfaserendoskope besitzen neben den lichtführenden und bildleitenden Glasfaserbündeln auch sogenannte Arbeitskanäle. Über diese können Zangen, Schlingen oder andere mikromechanische Werkzeuge z.B. für eine Probenentnahme oder auch zur Fremdkörperentfernung eingesetzt werden. So können wir die Endoskopie nicht nur diagnostisch, sondern auch therapeutisch einsetzen.

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Insbesondere im Bereich der Nasenhöhlen spielen Fremdkörper eine große Rolle. Beim intensiven Schnüffeln kommt es öfter einmal zum „Ansaugen“ von Fremdkörpern. Insbesondere Getreidegrannen sind problematisch, da sie durch ihre Oberflächenstruktur immer weiter ins Körperinnere „wandern“ können. 

Länger anhaltender Nasenausfluss, Blutungen oder ständiger Niesreiz geben immer wieder Anlass, die Nasenhöhlen genauer hinsichtlich entzündlicher Veränderungen, Tumoren oder Fremdkörpern zu untersuchen.

Im Bereich der tieferen Atemwege stehen eher entzündliche Veränderungen im Fokus, sei es nun infektiös oder allergisch. 

Neben den Gewebeprobenahmen führen wir auch bronchoalveoläre Lavagen (BAL) durch. Die gewonnenen Spülproben werden dann im Labor weiter auf Entzündungszellen und Bakterien überprüft.

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ENDOSKOPIE DES MAGEN-DARM-TRAKTES (Gastroskopie, Coloskopie)

Aus der modernen Magendarmdiagnostik bei Hund und Katze ist die Endoskopie nicht mehr wegzudenken. 

Wir können mit unseren Endoskopen unterschiedlicher Größen bzw. Längen von vorne den gesamten Verdauungskanal von Rachenraum über Speiseröhre, dem Magen bis hin zum Anfang des Zwölffingerdarms (Duodenum) untersuchen. Von hinten erreichen wir über den Enddarm (Rektum) den gesamten Dickdarm (Colon) bis hin zum letzten Dünndarmabschnitt (terminales Ileum).

Der Verdacht auf eine der verschiedenen chronisch-entzündlichen Erkrankungen des Verdauungstraktes bildet eine wichtige Indikation zur Gastroduodenal- bzw. Coloskopie bei Hund und Katze. Neben der aufschlussreichen Beurteilung der Schleimhäute können wir auch gleichzeitig entsprechende Gewebeproben zur histologischen Untersuchung entnehmen.

Zudem ist die Gastroskopie auch hervorragend geeignet, z.B. im Falle eines verschluckten Fremdkörpers, aufwendige Operationen mit Eröffnung des Bauchraumes zu vermeiden.

 

 

ENDOSKOPIE DER HARNWEGE (z.B.: Zystoskopie)

Ganz allgemein hat die Endoskopie die Diagnose- wie auch die Therapiemöglichkeiten in der Kleintierpraxis erheblich erweitert. Sie erlaubt es, in Hohlorgane oder Körperhöhlen zu schauen und direkt Proben zu nehmen. Vor allem die unmittelbare Beurteilung der Schleimhäute ist von großem Vorteil.

Die endoskopische Untersuchung der Harnröhre (Urethra) und Harnblase (Cystis) stellt aufgrund der anatomischen Verhältnisse insbesondere beim Rüden besondere Anforderungen an das Equipment.

In unserer Praxis setzen wir bei Katzen und Hündinnen jeder Größe transurethrale (via Harnröhre) Zystoskope ein. Und für Rüden halten wir ein spezielles Endoskop vor. Hier leistet es unter anderem bei der Diagnostik von Harnsteinen oder Tumoren der Urethra und der Harnblase wertvolle Dienste.

 

 

 

ENDOSKOPIE DER KÖRPERHÖHLEN (z.B.: Laparoskopie)

Die Endoskopie der Bauchhöhle per Endoskop ist nicht nur eine hilfreiche Erweiterung der Diagnosemöglichkeiten. 

Wir nutzen diese Technik insbesondere auch als schonendes Verfahren bei chirurgischen Eingriffen an Bauchhöhlenorganen. Diese moderne Operationsmethode wird auch als „Schlüssellochchirurgie“ bezeichnet, da der bei den herkömmlichen Operationen übliche Bauchschnitt entfällt. Man braucht nur kleine Öffnungen als Eintritt für die Mikroinstrumente und die Kontrolloptik.

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Da diese Methode die sonst notwendigen größeren Eröffnungen der Körperhöhlen erspart, ist sie weniger belastend, bietet eine geringere Infektionsgefahr, weniger Wundschmerz und schnellere Rekonvaleszenz. 

Wir wenden dieses schonende Verfahren in unserer Praxis z.B. bei

  • der Kastration der Hündin
  • Biopsien von Milz, Leber und Pankreas

  • der Fixation des Magens in der Linea alba (Sehnenstreifen in der Mitte der Bauchwand) zur Prophylaxe der Magendrehung bei großen Rassen

  • Kastration kryptorchider Rüden, bei denen der/die Hoden sich noch in der Bauchhöhle befinden.

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ENDOSKOPIE DER GELENKE (Arthroskopie)

Mit der Endoskopie haben sich die Diagnose- wie auch Therapiemöglichkeiten in der Kleintierpraxis erheblich erweitert. Sie erlaubt nicht nur, in Hohlorgane oder Körperhöhlen zu schauen, sondern auch direkt Proben zu nehmen sowie mit der minimalinvasiven „Schlüsselloch-Chirurgie“ zu arbeiten.

Wir nutzen diese Technik diagnostisch vor allem am Schulter-, Ellenbogen- und Kniegelenk. Dies ermöglicht uns die Beurteilung von Gelenkschäden, die sich mit anderen bildgebenden Verfahren evtl. nur unzureichend darstellen ließen. 

Am Schulter- und Ellenbogengelenk nutzen wir diese Methode auch routinemäßig, um minimalinvasive, chirurgische Behandlungen durchzuführen.

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Hierunter fallen zum Beispiel die Krankheitsbilder 

  • eines fragmentierten Processus coronoideus medialis ulnae (FCP, losgelöster Knochenvorsprung der Ulna im Ellenbogengelenk)
  • einer Osteochondrosis dissecans (OCD) in Schulter- oder Ellenbogengelenk (losgelöste Knorpelstücke infolge degenerativer Veränderungen an Gelenkknorpel und darunterliegendem Knochen)
  • einer chronischen therapieresistenten Sehnenscheidenentzündung der Ursprungssehne des Musculus biceps brachii im Bereich des Schultergelenkes

Hierbei werden Entfernungen fragmentierter Knorpel- bzw. Knochenstücke, Knorpelglättungen oder auch Durchtrennungen der Bicepssehne durchgeführt.

In diesem Zusammenhang wird auch häufig der Begriff des „cleaning ups“ gebraucht, im Sinne eines „Aufräumens“ oder „Säubern“ eines Gelenkes. 

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ENDOSKOPIE DES GEHÖRGANGS (Otoskopie/Video-Otoskopie)

Die Gehörgänge von Hund und Katze weisen im Vergleich zum Menschen einige Besonderheiten auf, die besondere Anforderungen an deren Untersuchung stellen.  Durch ihre teilweise erstaunliche Länge und  Unterteilung in einen vertikalen und horizontalen Teil – mit deutlichem Knick am Übergang – entziehen sie sich dem einfachen Blick von außen.

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Mit dem sogenannten Otoskop (mit verschiedenen an den jeweiligen Patienten angepassten Ohrtrichtern) lassen sich auch die tieferen Abschnitte bis hin zum Trommelfell einsehen. Eventuell  lassen sich dabei schon Fremdkörper entfernen – falls es die Schmerzhaftigkeit und Lokalisation fern des Trommelfells erlauben.

Bedingt durch die geschilderte Anatomie, bemerken Tierbesitzer manchmal erst recht spät, was sich in der Tiefe der Gehörgänge „zusammenbraut“.

Bei solch chronischen Erkrankungen stößt  die normale  otoskopische Untersuchung  aber schnell an ihre Grenzen, bedingt durch Schmerzhaftigkeit, Schwellungen sowie Ansammlungen von Ohrenschmalz bzw. Entzündungsprodukten.

Eine Beurteilung des gesamten Gehörgangs einschließlich des Trommelfells ist aber Voraussetzung für eine erfolgversprechende Therapie! Insbesondere der Zustand des Trommelfells liefert wichtige Hinweise auf eine mögliche Beteiligung des dahinter liegenden Mittelohrs und für die einzusetzenden Medikamente.

So müssen die Gehörgänge häufig unter Narkose freigespült werden, um das gesamte Ausmaß der Veränderungen beurteilen zu können. Für diese Untersuchungen steht in unserer Praxis eine Reihe von Endoskopen/Otoskopen unterschiedlicher Längen und Durchmesser bereit.  Sie ermöglichen es, unter Sichtkontrolle Fremdkörper vorsichtig zu entfernen und mittels der eingebauten Spülvorrichtungen festsitzenden Ohrenschmalz bzw. Entzündungssekrete schonend herausspülen.

Bei Mittelohrentzündungen mit noch intaktem Trommelfell kann dieses unter Zuhilfenahme dieser Instrumente vorsichtig perforiert werden (Myringotomie), um Proben zu nehmen und entsprechende Spülungen vorzunehmen. Mittels der Darstellung auf einem Monitor (Video-Otoskopie) lassen sich derartige Eingriffe sehr präzise durchführen.

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