Dermatologie

Die Dermatologie befasst sich mit allen Erkrankungen rund um Haut und Haare, einschließlich Allergien und Ohrenentzündungen:

In der Dermatologie gilt es eine Vielzahl potenzieller Ursachen zu berücksichtigen. Veränderungen der Haut können ja nicht nur durch äußere Einflüsse entstehen, sondern auch Ausdruck innerer Erkrankungen sein.
Viele Hauterkrankungen ähneln sich in ihrem Erscheinungsbild. Man darf sich deshalb nicht von vermeintlich „typischen“ Hautveränderungen in die Irre leiten lassen. Nur mit gründlicher, systematischer Untersuchung gelangt man zur richtigen Diagnose.
Häufig wird das ursprüngliche Krankheitsbild auch noch durch sekundäre Infektionen oder das Lecken und Kratzen der Tiere verschleiert. Hier ist dann eine mehrstufige Diagnostik und Behandlung gefragt. Denn es reicht natürlich nicht, nur die sekundären Besiedlungen mit Hefepilzen oder Bakterien zu therapieren, ohne letztendlich die zugrundeliegende Ursache für die Anfälligkeit der Haut zu behandeln. Eine große Rolle spielen hierbei die Futtermittel- und die Umweltallergien (Pollen, Hausstaubmilben, Flohspeichel…), aber auch Hormonstörungen dürfen in diesem Zusammenhang nicht übersehen werden.

Haut- und Allergiesprechstunde
Wir bieten in unserer Praxis seit Ende 2016 eine spezielle Haut- und Allergiesprechstunde an. Diese wird von unserem Kollegen Dr. Axel Bogitzky durchgeführt, der sich seit Jahren ausschließlich mit der Kleintierdermatologie und der damit verbundenen Allergologie befasst. Um ausreichend Zeit für jeden Patienten zur Verfügung zu haben, bitten wir um Terminvereinbarung.

Was erwartet Sie bei der Erstvorstellung?

  • Der ausführlichen Aufnahme der Vorgeschichte (Anamnese) wird große Bedeutung beigemessen und nimmt deshalb schon einige Zeit in Anspruch. Sie kann wichtige Informationen liefern, um bei den oft langen Krankheitsverläufen der ursprünglichen Ursache auf die Spur zu kommen. Bitte bringen Sie deshalb alle verfügbaren Unterlagen über Voruntersuchungen und eingesetzte Medikamente mit.
  • Anschließend werden die gesamte Haut, das Haarkleid und die Gehörgänge sorgfältig untersucht.
  • Daraufhin folgen die auf den jeweiligen Fall abgestimmten Probennahmen, die rasch durchzuführen und für das Tier weitgehend schmerzfrei sind. Die Proben können größtenteils direkt in der Praxis untersucht werden. Sie liefern z.B. wertvolle Informationen über die beteiligten Krankheitserreger und Abwehrzellen des Körpers (zytologische Abklatschproben). Dies ermöglicht die schnelle Einleitung einer zielgerichteten Therapie.
  • Zum Schluss werden die vorliegenden Befunde ausführlich erklärt, mit Ihnen das weitere Vorgehen besprochen und ein erster Behandlungsplan aufgestellt.

Hier ein kleiner Überblick über die Diagnosemöglichkeiten in unserer Praxis :

  • Klinische Hautuntersuchung: Feststellung aller Haut- und Fellveränderungen, inkl. der Symptome in den äußeren Gehörgängen.
  • Probennahmen: z.B. Flohkammprobe, Haarprobe, Hautgeschabsel, Tesafilmprobe, Abklatschprobe, Feinnadelbiopsie, Stanzbiopsie, bakteriologische Tupferprobe, mykologische Probe
  • Mikroskopie: native und gefärbte Proben (Zytologie, Trichogramm, Ektoparasitennachweis)
  • Video-Otoskopie (so können Sie auf dem Monitor den Einblick in den Gehörgang verfolgen)
  • Wood’sche Lampe (Hautpilznachweis)
  • Ausschluss einer Futtermittelallergie (Eliminationsdiät)
  • in Zusammenarbeit mit externen Laboren:
    – Histologische Untersuchung der Gewebeproben (Bioptate)
    – Weitergehende Erregerbestimmung: Bakteriologie/Mykologie/Antibiogramm
    – Untersuchung von Blutproben auf innere Erkrankungen und spezielle Antikörpertiter (z.B. Sarcoptes-Milben, serologische Allergietests).

Modernes Allergiemanagement

Die Behandlung von Allergien beim Kleintier hat beträchtliche Fortschritte gemacht. Sie ist längst nicht mehr auf die Anwendung cortisonhaltiger Medikamente beschränkt. Auf der Suche nach einer effektiven Juckreizstillung bei möglichst geringen Nebenwirkungen sind z. B. für den Hund neue Wirkstoffe entwickelt worden, wie das  Oclacitinib im Apoquel™ oder der monoklonale Antikörper Lokivetmab im Cytopoint™.

Ein modernes Allergiemanagement, so wie wir es im Rahmen unserer dermatologischen und allergologischen Sprechstunde anbieten, geht aber über die Anwendung systemisch wirkender Medikamente hinaus. Juckreizstillende und das Immunsystem dämpfende Medikamente sind nur ein möglicher Baustein eines gesamten Allergietherapie-Paketes.

Die Ausprägung einer Allergie unterscheidet sich von Tier zu Tier und die Reaktion auf Therapeutika ist sehr unterschiedlich. So werden aus einer ganzen Reihe von Therapiemöglichkeiten – wie z.B. oben angesprochene systemisch wirkende Präparate,  Hyposensibilisierung, lokal anwendbare Präparate, Futterergänzungen… – diejenigen herausgesucht, die zu dem Patienten am besten passen. Ziel ist ein individuell abgestimmtes Behandlungspaket, das eine möglichst schonende Kontrolle der Allergie ermöglicht und dem Tier eine gute Lebensqualität zu bieten vermag.

Allergiediagnostik

Die Diagnose von Allergien bedarf einiger Erfahrung vom Tierarzt, aber auch Geduld vom Patientenbesitzer. Denn bis heute gibt es  keinen Labortest, mit dem man praktikabel und zuverlässig eine Allergie wirklich nachweisen könnte! Über die sinnvollen Diagnosemöglichkeiten beraten wir Sie ausführlich im Rahmen unserer dermatologischen/allergologischen Sprechstunde.

Zur Diagnose einer Futtermittelallergie ist bisher leider immer noch eine wochenlange Ausschlussdiät unumgänglich. Dafür reicht es jedoch nicht, nur auf ein vermeintlich hypoallergenes Futter umzustellen. Die Futtermittelhersteller bewerben Produkte oft mit Schlagworten wie „hypoallergen“, „sensitiv“, „single protein“ oder „getreidefrei“. Hier sitzt der Teufel aber im Detail und nur mit viel Erfahrung lassen sich Fehler bei der Auswahl einer Ausschlußdiät vermeiden. Wir begleiten Sie mit Rat und Tat durch die Zeit der Ausschlussdiät, egal ob nun mit einer selbst zubereiteten oder kommerziell hergestellten Diät. 

Chronische, rezidivierende Ohrenentzündungen durch Allergien

Chronische, rezidivierende Ohrenentzündungen können unseren vierbeinigen Lieblingen arg zusetzen.

Die Annahme, dass Schlappohren oder enge Gehöreingänge dahinter stecken würden, erwies sich aber als nicht haltbar. Diese anatomischen Besonderheiten mit einer „schlechteren Belüftung“ der Gehörgänge können zwar solche Ohrenprobleme begünstigen oder verkomplizieren, sind aber nicht deren Ursachen.

Um den Tieren die mehr als unangenehmen Entzündungen samt der damit verbundenen Behandlungen zu ersparen, sollte man frühzeitig nach den wahren Ursachen suchen. Auf diese Weise verhindert man auch Resistenzbildungen durch häufigen Antibiotikaeinsatz und irreversible Veränderungen der Gehörgänge.

In der dermatologischen/allergologischen Sprechstunde befassen wir uns ausführlich mit der Diagnostik und Behandlung von chronischen Ohrenproblemen. Denn neben Hormonstörungen sind Allergien eine der häufigsten Ursachen für chronische Ohrenentzündungen. So kommen betroffene Ohren bei Futterallergikern erst dann dauerhaft zur Ruhe, wenn man auf ein entsprechendes Futter umgestellt hat.